Performance Max 2026: Was sich geändert hat – und warum das für deinen ROAS entscheidend ist
Performance Max Kampagnen sind seit ihrer breiten Einführung eines der meistdiskutierten Themen in der Google Ads Welt. Viele Werbetreibende hatten anfangs das Gefühl, die Kontrolle über ihre Kampagnen zu verlieren – und das zu einem gewissen Teil zu Recht. Google übernimmt mit PMax mehr Automatisierung als bei jeder anderen Kampagnenart.
Doch 2026 hat sich das Bild deutlich verändert. Google hat die Transparenz schrittweise verbessert, neue Steuerungsmöglichkeiten eingeführt, und erfahrene Advertiser wissen mittlerweile genau, an welchen Schrauben sie drehen müssen. Wer Performance Max strategisch einsetzt, kann damit sehr gute Ergebnisse erzielen. Wer es falsch angeht, verbrennt Budget.
In diesem Artikel zeigen wir dir die wichtigsten Optimierungsstrategien, mit denen du 2026 aus deinen PMax Kampagnen das Maximum herausholst.
Asset Groups gezielt strukturieren – nicht alles in einen Topf
Einer der häufigsten Fehler bei Performance Max ist das Zusammenwerfen aller Produkte oder Dienstleistungen in eine einzige Asset Group. Das mag bequem sein, ist aber aus Optimierungssicht problematisch.
Google kann die Botschaft nicht auf unterschiedliche Zielgruppen zuschneiden, wenn dieselben Assets für völlig verschiedene Angebote verwendet werden. Das führt zu generischen Anzeigenkombinationen und schlechter Relevanz.
So strukturierst du Asset Groups richtig
- Gruppiere nach Produktkategorien oder Dienstleistungsbereichen mit ähnlicher Zielgruppe
- Erstelle eigene Headlines, Descriptions und Bilder für jede Asset Group
- Verwende spezifische Zielgruppensignale, die zum jeweiligen Angebot passen
- Trenne saisonal relevante Angebote in eigene Gruppen
Je präziser deine Asset Groups aufgestellt sind, desto besser kann Googles Algorithmus die richtigen Nutzer zur richtigen Zeit ansprechen.
Zielgruppensignale: Der unterschätzte Hebel in PMax
Performance Max nutzt Zielgruppensignale als Ausgangspunkt für das maschinelle Lernen – nicht als harte Einschränkung. Das ist ein wichtiger Unterschied, den viele übersehen.
Wenn du keine oder schlechte Signale hinterlegst, startet der Algorithmus quasi blind und braucht wesentlich länger, um relevante Nutzer zu finden. Gute Signale beschleunigen die Lernphase erheblich und verbessern die initiale Ausrichtung.
Welche Zielgruppensignale wirklich funktionieren
- Customer Match Listen: Bestehende Kundendaten sind das stärkste Signal, das du liefern kannst. E-Mail-Listen deiner Käufer geben dem Algorithmus ein klares Bild davon, wen er ansprechen soll.
- Website-Besucher: Remarketing-Segmente aus Google Analytics 4 sind ebenfalls sehr wertvoll – vor allem Nutzer, die bereits Produktseiten oder den Checkout besucht haben.
- Custom Segments: Definiere Segmente basierend auf Suchanfragen oder URLs, die deine ideale Zielgruppe typischerweise verwendet.
Vermeide es, zu breite demografische Signale ohne konkreten Bezug zu deinem Angebot zu verwenden. Das verwässert die Aussagekraft deiner Daten.
Budget und Gebotsstrategie: Vertrauen aufbauen ohne die Kontrolle zu verlieren
Performance Max funktioniert mit Smart Bidding – das bedeutet, du übergibst die konkrete Gebotssteuerung an Google. Das klingt unangenehm, ist aber kein Grund zur Panik, wenn du die richtigen Rahmenbedingungen setzt.
Ziel-ROAS richtig kalibrieren
Viele Werbetreibende setzen ihren Ziel-ROAS zu hoch an und wundern sich, warum ihre Kampagnen kaum ausliefern. Google interpretiert einen unrealistischen ROAS-Zielwert als Signal, extrem selektiv zu sein – was zu sehr geringen Impressionen führt.
Empfehlung: Starte mit einem Ziel-ROAS, der etwa 10–20 Prozent unter deinem tatsächlichen historischen ROAS liegt. Sobald die Kampagne stabil läuft und ausreichend Conversion-Daten gesammelt hat, kannst du den Zielwert schrittweise anheben.
Budgetplanung für die Lernphase
PMax Kampagnen brauchen eine Lernphase von mindestens zwei bis vier Wochen. In dieser Zeit solltest du das Budget nicht stark reduzieren und keine wesentlichen Änderungen vornehmen, da jede Anpassung die Lernphase neu startet. Plane das Budget so, dass du in dieser Phase mindestens 50 Conversions pro Monat erreichst – darunter fehlen dem Algorithmus schlicht die Daten.
Search Themes und Markenkampagnen: Sauber trennen
Mit der Einführung von Search Themes hat Google Advertisern die Möglichkeit gegeben, inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, ohne auf Keywords im klassischen Sinne zurückzugreifen. Das ist ein sinnvolles Werkzeug – wenn man es richtig nutzt.
Wichtig ist dabei: Performance Max und klassische Search Kampagnen können in Konflikt geraten. Besonders bei Markenbegriffen kann PMax Traffic abgreifen, den du eigentlich günstiger über eine dedizierte Markenkampagne abdecken würdest.
Lösung: Schließe deine eigenen Markenbegriffe über Ausschluss-Keywords auf Kontoebene aus PMax aus. So verhinderst du, dass die Kampagne sich selbst kannibalisiert und du teure Conversions einkaufst, die du ohnehin gehabt hättest.
Creatives: Qualität schlägt Quantität
Googles Asset-Bewertungssystem zeigt dir für jedes Asset eine Bewertung von „Niedrig“ bis „Hervorragend“. Viele interpretieren das als Aufforderung, möglichst viele Assets hochzuladen. Das ist ein Irrtum.
Zehn mittelmäßige Bilder helfen dir weniger als drei wirklich starke. Investiere in hochwertiges Bildmaterial, das dein Produkt oder deine Dienstleistung klar und ansprechend kommuniziert. Für Video-Assets gilt dasselbe: Ein gut produziertes 30-Sekunden-Video schlägt fünf hastig zusammengeschnittene Clips.
Was starke PMax Creatives ausmacht
- Klare Botschaft in den ersten zwei Sekunden (besonders bei Video)
- Produktbilder mit echtem Kontext statt weißem Hintergrund allein
- Headlines, die einen konkreten Nutzen kommunizieren – nicht nur Features
- Regelmäßiger Austausch von schwach performenden Assets
Reporting und Transparenz: Das Beste aus den verfügbaren Daten machen
Eine häufige Kritik an Performance Max war lange Zeit die fehlende Transparenz. Inzwischen hat Google einige Verbesserungen eingeführt: Suchanfragen-Berichte, Placement-Berichte und Asset-Performance-Daten stehen zur Verfügung.
Nutze diese Daten aktiv. Prüfe regelmäßig, auf welchen Placements deine Anzeigen erscheinen, und schließe irrelevante Websites oder Apps aus. Behalte außerdem im Blick, welche Asset-Kombinationen am häufigsten ausgeliefert werden – das gibt dir wichtige Hinweise zur Optimierung deiner Creatives.
Verknüpfe deine PMax Kampagnen außerdem mit Google Analytics 4, um das vollständige Nutzerverhalten nach dem Klick zu verstehen. ROAS allein sagt dir wenig darüber, wo im Funnel Potenzial verloren geht.
Fazit: Performance Max ist kein Autopilot – es ist ein Co-Pilot
Der größte Denkfehler rund um Performance Max ist die Annahme, die Kampagne läuft von selbst und braucht keine aktive Steuerung. Das Gegenteil ist der Fall. Wer gute Ergebnisse will, muss die richtigen Inputs liefern: präzise Asset Groups, starke Zielgruppensignale, realistische Gebotsziele und hochwertiges Kreativmaterial.
Die Automatisierung übernimmt die Auslieferung – aber die Strategie dahinter liegt nach wie vor bei dir.
Wenn du deine Performance Max Kampagnen auf das nächste Level bringen möchtest und nicht sicher bist, wo du anfangen sollst, sprich uns gerne an. Bei CtrlE Consulting analysieren wir deine bestehenden Kampagnen und zeigen dir konkrete Hebel für mehr ROAS – ohne Buzzwords, ohne Umwege. Hier geht’s zur Kontaktseite.