n8n vs. Make.com: Welches Automatisierungs-Tool passt zu deinem Unternehmen?
Wer sich mit Prozessautomatisierung beschäftigt, stößt früher oder später auf zwei Namen: n8n und Make.com. Beide Tools versprechen, repetitive Aufgaben zu automatisieren, Systeme zu verbinden und Teams zu entlasten. Doch sie unterscheiden sich fundamental in Ansatz, Preismodell und Zielgruppe.
In diesem Artikel zeigen wir dir, welches Tool wirklich zu deinem Unternehmen passt — ohne Marketingsprache, dafür mit konkreten Einschätzungen aus der Praxis.
Was sind n8n und Make.com überhaupt?
Kurz zur Einordnung: Beide Plattformen gehören zur Kategorie der iPaaS-Tools (Integration Platform as a Service). Sie erlauben es, verschiedene Anwendungen und Dienste miteinander zu verknüpfen und automatisierte Workflows zu erstellen — ohne klassisches Programmieren.
Make.com (ehemals Integromat)
Make.com ist eine cloudbasierte Automatisierungsplattform aus Tschechien, die 2012 als Integromat gestartet und 2022 umbenannt wurde. Die Plattform punktet mit einer visuellen, sehr intuitiven Oberfläche. Workflows heißen hier „Szenarien“ und lassen sich per Drag-and-drop zusammenbauen. Mit über 1.500 vorintegrierten Apps ist Make.com besonders attraktiv für Teams, die schnell starten wollen.
n8n
n8n ist ein Open-Source-Tool, das 2019 in Berlin gegründet wurde. Es kann sowohl selbst gehostet als auch als Cloud-Version genutzt werden. Die Plattform richtet sich stärker an technisch versierte Nutzer und Entwickler, bietet dafür aber maximale Flexibilität, vollständige Datenkontrolle und ein einzigartiges Preismodell bei Self-Hosting.
Die wichtigsten Unterschiede im direkten Vergleich
Benutzeroberfläche und Einstiegshürde
Make.com hat hier die Nase vorn. Die Oberfläche ist durchdacht, farbenfroh und führt neue Nutzer schnell zum ersten funktionierenden Szenario. Wer keine technischen Vorkenntnisse hat, kommt mit Make.com deutlich schneller ans Ziel.
n8n ist ebenfalls visuell aufgebaut, fühlt sich aber nüchterner und technischer an. Es gibt mehr Konfigurationsmöglichkeiten — was für Profis ein Vorteil ist, für Einsteiger aber überwältigend wirken kann. JavaScript-Kenntnisse sind zwar nicht zwingend erforderlich, werden aber spätestens bei komplexeren Workflows hilfreich.
Integrationen und Konnektoren
Make.com bietet über 1.500 native Integrationen — von Google Workspace über Slack bis hin zu spezialisierteren Tools wie Airtable oder HubSpot. Für die meisten gängigen Geschäftsanwendungen findet sich eine fertige Verbindung.
n8n kommt auf rund 400 native Integrationen, schließt die Lücke aber mit einem entscheidenden Vorteil: Da das Tool Open Source ist, kann jeder eigene Nodes (so heißen die Bausteine bei n8n) entwickeln und teilen. Außerdem lassen sich über HTTP-Requests und Webhooks praktisch beliebige APIs anbinden — mit etwas technischem Know-how.
Preismodell
Hier liegt einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Plattformen:
- Make.com rechnet nach „Operationen“ ab — also nach der Anzahl der Aktionen, die ein Szenario ausführt. Der Gratis-Plan bietet 1.000 Operationen pro Monat, kostenpflichtige Pläne beginnen bei rund 9 Euro monatlich.
- n8n Cloud rechnet nach Workflow-Ausführungen und beginnt bei etwa 20 Euro pro Monat. Die Kosten skalieren mit der Nutzung.
- n8n Self-Hosted ist der eigentliche Game-Changer: Wer n8n auf einem eigenen Server betreibt, zahlt keine laufenden Lizenzkosten. Nur der Server-Betrieb verursacht Ausgaben — das kann bei hohem Volumen enorme Einsparungen bedeuten.
Für Unternehmen mit vielen Automatisierungen und hohem Datenvolumen ist Self-Hosted n8n oft die deutlich günstigere Option auf lange Sicht.
Datenschutz und Datenkontrolle
Das Thema ist in Österreich und Deutschland besonders relevant. Bei Make.com laufen alle Daten über die Cloud-Infrastruktur des Anbieters. Das ist für viele Anwendungsfälle völlig in Ordnung, aber bei sensiblen Kundendaten oder internen Prozessen kann das zu Compliance-Fragen führen.
n8n Self-Hosted lässt dich alle Daten auf deiner eigenen Infrastruktur behalten. Kein Drittanbieter sieht deine Workflow-Daten. Für Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen ist das oft ein entscheidendes Argument.
Skalierbarkeit und Flexibilität
Make.com skaliert gut für mittlere Anforderungen, stößt aber bei sehr komplexen, verschachtelten Logiken oder großen Datenmengen gelegentlich an Grenzen — sowohl technisch als auch beim Preis.
n8n ist hier klar im Vorteil: Komplexe Bedingungslogik, Schleifen, Sub-Workflows und direkte Code-Ausführung per JavaScript machen n8n zur flexibleren Wahl für anspruchsvolle Automatisierungsprojekte.
Für wen eignet sich welches Tool?
Make.com ist die richtige Wahl, wenn …
- du oder dein Team wenig technische Vorkenntnisse habt
- ihr schnell und mit minimalem Aufwand starten wollt
- die benötigten Apps alle nativ integriert sind
- das Datenvolumen überschaubar ist und Datenschutz kein kritisches Thema darstellt
- ihr primär Marketing- und Sales-Prozesse automatisieren wollt
n8n ist die richtige Wahl, wenn …
- technisches Know-how im Team vorhanden ist oder externe Unterstützung geplant ist
- Datenschutz und Datensouveränität hohe Priorität haben
- ihr hohe Volumina automatisiert und Kosten kontrollieren wollt
- individuelle APIs oder ungewöhnliche Systeme angebunden werden müssen
- komplexe, mehrstufige Workflows mit verzweigter Logik benötigt werden
Gibt es auch Gemeinsamkeiten?
Ja — und die sind nicht unwichtig. Beide Tools ermöglichen echte Automatisierung ohne klassische Softwareentwicklung. Beide haben aktive Communities, gute Dokumentationen und werden laufend weiterentwickelt. In vielen mittelständischen Unternehmen werden sogar beide parallel eingesetzt: Make.com für einfache Marketing-Automatisierungen, n8n für datenschutzkritische oder technisch komplexere Prozesse.
Unser Fazit aus der Praxis
Es gibt kein universell „besseres“ Tool. Make.com gewinnt bei Zugänglichkeit und Integrationsbreite. n8n überzeugt bei Flexibilität, Datenschutz und Kosteneffizienz bei Scale. Die ehrliche Empfehlung lautet: Analysiere zuerst deine konkreten Anforderungen — und wähle dann das Tool, das dazu passt. Oder lass dich dabei beraten.
Wenn du dir unsicher bist, welche Plattform zu deinen Prozessen und deiner Infrastruktur passt, helfen wir dir bei CtrlE Consulting gerne weiter. Wir analysieren gemeinsam deine Ist-Situation und zeigen dir den effizientesten Weg zur Automatisierung — unabhängig vom Tool. Meld dich einfach bei uns und wir schauen uns an, was für dein Unternehmen wirklich Sinn ergibt.